100 Jahre Katzenberg
100 Jahre Forschung und Ausgrabung auf dem Katzenberg bei Mayen
Auf dem Katzenberg bei Mayen erhob sich vor etwa 1700 Jahren die größte spätrömische Höhenbefestigung in Hunsrück und Eifel. Sie sicherte das römische Wirtschaftszentrum Mayen, das besonders für Mühlsteine und Tongeschirr bekannt war und in weite Teile Europas exportierte.
Von der ersten organisierten Ausgrabung auf dem Katzenberg berichtet ein Vermerk im Fundbuch des Geschichts- und Altertumsvereins Mayen (GAV): „Im August 1907 wurde dort eine Mauer ohne Mörtel, ungefähr 2,50 m lang und 0,60 bis 0,70 m hoch, freigelegt. Ferner fanden sich dort Dachziegel, Bodenplatten und eine Partie Topfscherben, verschiedene Eisenteile, Schloss, Ringe, Nägel, Kettchen usw…“. Unter der Regie des Rheinischen Provinzialmuseums in Bonn folgten umfangreiche Ausgrabungen bis in die 30er Jahre hinein. 1997 nahm nach langer Pause der Forschungsbereich Vulkanologie, Archäologie und Technikgeschichte (VAT) des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz und Mayen die Grabungen wieder auf. Im Rahmen des Vulkanpark-Projektes konnten Teile der Anlage rekonstruiert und für den Besucher erschlossen werden.
Heute – hundert Jahre nach dem ersten Spatenstich – können wir ein recht genaues Bild dieser Festungsanlage aus spätrömischer Zeit entwerfen und erkennen, worin ihre Bedeutung für das römische Mayen liegt. Aber nicht nur das: Gleichzeitig wird immer klarer, welche Rolle der Katzenberg und die vielen anderen Höhenbefestigungen in Eifel, Hunsrück und Ardennen in der politisch-militärischen Landschaft der Spätantike gespielt haben.

