Europa Nostra Auszeichnung
2010 European Union Prize for Cultural Heritage,
Europa Nostra Awards 2010
Vulkanpark spielt in der Europaliga
Zum zweiten Mal zeichnet Europa Nostra den Vulkanpark mit einem der höchsten europäischen Kulturpreise aus.In diesem Jahr gehört der Vulkanpark als Gesamtprojekt mit seinen vier zentralen Einrichtungen (Vulkanpark Infozentrum Plaidt/Saffig, Römerbergwerk Meurin, Lava-Dome Mendig, Geysir Andernach) sowie den 19 erschlossenen,freizugänglichen Natur-, Kultur- und Industriedenkmälern zu den Gewinnern des European Union Prize for Cultural Heritage Europa Nostra Award 2010. Der Vulkanpark wurde in der Kategorie „Education and Awareness Raising“ (Bildungs- und Bewusstseinsförderung) ausgezeichnet.
Die offizielle Preisverleihung fand am 10. Juni 2010 in Istanbul statt. Die Denkmalschutzorganisation Europa Nostra zeichnet damit zum zweiten Mal das Vorzeigeprojekt des Landkreises Mayen-Koblenz, den Vulkanpark, mit diesem hohen Preis aus. Im Jahr 2004 erhielt das Römerbergwerk Meurin bei Kretz als einziger deutscher Bewerber in der Kategorie „Archäologische Stätten“ den 2. Preis.
Wer ist Europa Nostra?
Europa Nostra heißt „Unser Europa“. Es ist die europäische Denkmalinitiative, ein europäischer Verbund nicht-staatlicher Denkmalschutzorganisationen mit Sitz in Den Haag. Die Organisation setzt sich für günstige Rahmenbedingungen des Denkmalschutzes auf europäischer Ebene ein und ist gleichzeitig ein Forum für Fachleute und „normale“ Bürger, die das gemeinsame europäische Kulturerbe erhalten wollen. Europaweit sind über 200 regionale und nationale Organisationen als aktive Mitglieder von Europa Nostra tätig. 170 Verbände sind assoziiert, hinzu kommen mehr als 1500 Einzelmitglieder. Präsident ist aktuell Placido Domingo.
Europa Nostra wird von der Europäischen Union, dem Europarat und der UNESCO gefördert und von Behörden, Unternehmen, privaten Stiftungen, anderen Projektpartnern und großzügigen Mäzenen unterstützt. Europa Nostra setzt sich für hohe Qualitätsnormen beim Erhalt des Kulturerbes in Architektur, Stadtplanung und Landschaftsgestaltung ein. Die Organisation vermittelt den Stellenwert des Denkmalschutzes für Erziehung, Lebensqualität sowie die Schaffung und Entwicklung von Arbeitsplätzen. Der Verbund will zur europäischen Einigung beitragen, indem er die gemeinsamen kulturellen Wurzeln herausstellt.
Seit 2002 erhält Europa Nostra aus dem Programm Kultur 2000 der Europäischen Kommission Mittel für die Verleihung eines europäischen Preises. Europa Nostra ist als paneuropäische Föderation für das Kulturerbe mit der Umsetzung der Preisverleihung beauftragt. Gemeinsam mit der Europäischen Union wird der Europa Nostra Award für herausragende Leistungen zum Schutz und zur Pflege des Kulturerbes verliehen.
Der Vulkanpark im Landkreis Mayen-Koblenz
Der Vulkanpark ist ein populärwissenschaftliches Vorzeigeprojekt des Landkreises Mayen-Koblenz. Gesellschafter dieser gemeinnützigen GmbH sind der Landkreis Mayen-Koblenz mit dem Zweckverband Vulkanpark sowie das Römisch-Germanische Zentralmuseum in Mainz. Der Vulkanpark ist ein dezentraler Themenpark rund um die Themen Vulkanismus, Geysire, Entstehung einer Landschaft und Bergwerksgeschichte in der Eifel.
Ihre Aufgabe sieht die Vulkanpark GmbH in der allgemeinverständlichen Präsentation dieses kulturellen und natürlichen Erbes verbunden mit einer positiven Wahrnehmung und Identifizierung der Bevölkerung mit der eigenen Heimat sowie einer touristischen „Inwertsetzung“. So gibt der Vulkanpark heute Bewohnern der Region, Schülern und Lehrern sowie Gästen aus ganz Deutschland tiefe Einblicke in den Vulkanismus der Eifel und erklärt die Entstehung Deutschlands jüngster Vulkanlandschaft und die 7.000jährige Bergbaugeschichte. Dies alles an einmaligen Originalschauplätzen und in modernen musealen Info- und Erlebniszentren.
Heute umfasst der Vulkanpark vier zentrale moderne Info- und Erlebniszentren sowie 19 erschlossene, freizugängliche Natur-, Kultur- und Industriedenkmäler. Gemeinsam mit dem Vulkanpark Brohltal/Laacher See und dem European Geopark Vulkaneifel ist er Teil des anerkannten Nationalen Geoparks „Vulkanland Eifel“. Denkmälern wie der Wingertsbergwand bei Mendig, dem Eppelsberg bei Nickenich und dem Römerbergwerk Meurin bei Kretz wurde durch die „Akademie der Geowissenschaften zu Hannover“ die Auszeichnung „Nationaler Geotop“ verliehen.
Der Vulkanpark und die Forschung
Der Vulkanpark ist mit seinen Einrichtungen, dem Vulkanpark Infozentrum, dem Lava-Dome, dem Römerbergwerk Meurin, dem Geysir Andernach sowie den vielfältigen Landschaftsdenkmälern eine touristische Attraktion von landesweiter Bedeutung. Hinzu kommt, dass der Vulkanpark mit seinen erloschenen Vulkanen, geologischen Aufschlüssen und historischen Bergwerken und Steinbrüchen auch begehrtes Forschungsobjekt bei nationalen und internationalen Wissenschaftlern unterschiedlicher Fakultäten ist. Mit dem Forschungsbereich „Vulkanologie, Archäologie und Technikgeschichte“ (VAT) angesiedelt in Mayen, einer Außenstelle des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz, verfügt der Vulkanpark über eine eigene Forschungsstelle. Sie erforscht, untersucht, dokumentiert und sichert die einzelnen Projekte des Vulkanparks, bereitet diese anschaulich und populärwissenschaftlich auf und berät die Vulkanpark GmbH bei der Anlage und Einrichtung der Projekte.
Auch auf der populärwissenschaftlichen Ebene hat der Vulkanpark große Bedeutung. Zahlreiche Schulklassen, Lehrer, Studenten sowie Hobbyarchäologen und Hobbygeologen nutzen den Vulkanpark und seine Einrichtungen zu Lehr- und Lernzwecken. Ein weiterer bedeutender Aspekt ergänzt das Wesen des Vulkanparks. Eingebettet in die idyllische Landschaft der Eifel, erschlossen mit Rundwegen, durchzogen von Premium-Wanderwegen und Radwegen kommt dem Vulkanpark auch ein bedeutender Freizeit- und Naherholungswert zu. Der Vulkanpark-Radweg sowie die Traumpfade im Rhein-Mosel-Eifel-Land tragen dem derzeitigen Wander- und Radfahrtrend Rechnung. So konserviert, kombiniert und präsentiert der Vulkanpark die Vielfalt der Eifel für unterschiedlichste Zielgruppen in besonderer Weise.
Dieser einmaligen Kombination trägt die hohe Auszeichnung Rechnung. In der Beschreibung durch Europa Nostra heißt es zum Vulkanpark, dass das Projekt auf herausragende Weise eine bedeutende Industrielandschaft für die regionale Wirtschaft belebt habe. Erfolgreich habe man den Tourismus als Stütze installiert und das archäologische Erbe der Geschichte des Römischen Reiches geschickt genutzt. Der Vulkanpark vereine in vorbildlicher Weise ökonomische Interessen mit denen der Geologen, Archäologen sowie der musealen Seite. Der Vulkanpark sei ein Beispiel, wie auf herausragende Weise eine große Landschaft in einem Projekt koordiniert werden könne – und sei ein Vorbild für andere vulkanische Regionen Europas!
Die Entstehung des Vulkanparks im Landkreis Mayen-Koblenz
Vulkane formten vor tausenden von Jahren, zuletzt vor 13.000 mit dem Ausbruch des Laacher See-Vulkans, weite Teile des Landkreises Mayen-Koblenz. Der Eifelvulkanismus ist an vielen Stellen noch heute deutlich zu erkennen. Er formte und beeinflusste auch die wirtschaftliche Entwicklung und das Leben der Menschen in der Region.
Seit über 7.000 Jahren werden die vulkanischen Rohstoffe systematisch abgebaut und wirtschaftlich genutzt. Diese Nutzung reicht von keltischen Reibsteinen, römischen Mühlsteinen, mittelalterlichen Mühlsteinen, römischen und mittelalterlichen Bausteinen aus Basalt und Tuff über moderne Baustoffe für Straßen- und Bahnverkehr bis zu Bimssteinen und Zuschlagstoffen für die Betonindustrie.
Chronologischer Abriss:
Mai 1996
Gründung der Vulkanpark GmbH am 6. Mai 1996 durch die Rhein-Mosel-Eifel Touristik (REMET, Touristikzweckverband im Landkreis Mayen-Koblenz) und das Römisch-Germanische Zentralmuseum in Mainz (RGZM).
Mai 2000
Start mit dem 1. Naturdenkmal Schlackenkegel Eppelsberg
Juli 2000
Eröffnung Infozentrum Rauschermühle als zentrale Informationsstelle
Das Infozentrum informiert über den Eifelvulkanismus und die Entstehung Deutschlands jüngster Landschaft vor 13.000 Jahren durch den Ausbruch des Laacher See-Vulkans sowie aus archäologischer und industriehistorischer Sicht über die Abbaugeschichte der vulkanischen Rohstoffe seit über 7.000 Jahren.
Dezember 2000
Eröffnung des Römerbergwerks Meurin
Dieses begehbare Bergwerk, geschützt durch eine moderne Überdachung, begeistert mit seinem modernen 3-D-Film im Kinostollen (in bergwerksähnlicher Atmosphäre). Die Darstellung des Untertage-Tuffabbaus zur Römerzeit und im Mittelalter im größten Tuffsteinbruch Europas nördlich der Alpen wurde bereits 2004 mit dem Europa Nostra Award ausgezeichnet.
März 2002
Errichtung einer eigenen Forschungsstelle „Forschungsstelle für Vulkanologie, Archäologie und Technikgeschichte des RGZM“
Sommer 2004
Das Römerbergwerk Meurin wird mit einem der höchsten Kulturpreise in Europa im Auftrag der EU von Europa Nostra ausgezeichnet
April 2005
„Nationaler Geopark Vulkanland Eifel“: Der Vulkanpark im Landkreis Mayen-Koblenz wird gemeinsam mit dem Vulkanpark Brohltal/Laacher See und dem European Geopark Vulkaneifel als erster Nationaler Geopark in Rheinland-Pfalz von der Alfred Wegener-Stiftung anerkannt und ausgezeichnet. Bundesministerin Edelgard Bulmahn übergibt in Berlin persönlich die Auszeichnung
April 2005
Auszeichnung des Vulkanparks mit dem Qualitätssiegel „Servicequalität
Rheinland-Pfalz“
August 2005
Eröffnung des Lava-Dome in Mendig als museales Erlebniszentrum zu den Themen Ausbruch des Wingertsbergvulkan, Ausbruch des Laacher See-Vulkans und Abbau der Basaltlava in Mendig, 30 Meter unter der Stadt. Startpunkt Ab-/Einstieg in die berühmten Mendiger Lavakeller.
September 2006
Eröffnung der Deutschen Vulkanstraße als verbindendes Element des Nationalen Geoparks Vulkanland Eifel. Die ausgeschilderte Ferienstraße mit 260 km Länge bietet 39 Sehenswürdigkeiten zu den Themen Eifelvulkanismus und Abbaugeschichte zwischen dem Laacher See und Manderscheid
30. Mai 2009
Eröffnung des Geysir-Erlebniszentrum und des Geysirs in Andernach.
Insgesamt sind bis heute 23 Projekte, davon 4 museale Informations- bzw. Erlebniszentren (Vulkanpark Informationszentrum in Plaidt/Saffig, Römerbergwerk Meurin bei Kretz, Lava-Dome in Mendig und Geysir Andernach) populärwissenschaftlich aufbereitet und im Falle der Landschaftsdenkmäler mit Wegen und Pfaden erschlossen worden.
Alle Projekte sind durchgehend von den Autobahnabfahrten ab bis an die Denkmäler beschildert. Ein farbiges Beschilderungskonzept lenkt den Autofahrer.
Mehrsprachige moderne Audioguide-Systeme führen Einzelbesucher durch die musealen Informations- und Erlebniszentren. Für Gruppen und Schulklassen werden Führungen in den musealen Informations- und Erlebniszentren und an allen Landschaftsdenkmälern angeboten.
Wanderwege wie der „Vulkanpfad“, der Pellenzer Seepfad oder die „Booser Doppelmaartour“ wurden entwickelt und zählen heute zu den Traumpfaden im Rhein-Mosel-Eifelland. Sie verbinden das Trendthema Wandern mit dem Thema Vulkanpark.
Der Vulkanpark-Radweg verläuft von Mayen nach Andernach und erschließt die zentralen Einrichtungen sowie einige Natur- und Kulturdenkmäler für Radfahrer.
Besucherzahlen:
Kontinuierliche Steigerung der Besucherzahlen in den Einrichtungen mit zuletzt rund 160.000 Besuchern in 2009. Hinzu kommen tausende, statistisch nicht erfassbare Besucher an den 19 erschlossenen Natur-, Kultur- und Industriedenkmälern.

