VULKANPARK – natürlich einzigartig…

Rede Jahrespressekonferenz

Plaidt / Koblenz 15.03.2011

Jörg Busch, Geschäftsführer Vulkanpark GmbH 

 

Es gilt das gesprochene Wort.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

eine Pressekonferenz zum Saisonauftakt im Vulkanpark hat es in früheren Jahren schon des Öfteren gegeben. Dass Sie unserer Einladung gefolgt sind ehrt uns. Es zeigt, dass der Vulkanpark bei Ihnen nach wie vor auf Interesse stößt. Ein Interesse, das durchaus berechtigt ist, denn in den vergangenen Jahren, insbesondere jedoch in 2010, haben wir für und mit dem Vulkanpark viel erreicht.

Lassen Sie mich meinen kurzen Rückblick mit einem Verweis auf einen Artikel beginnen, der anlässlich meiner Vorstellung als neuer Geschäftsführer der Vulkanpark GmbH in der Rheinzeitung vom 22.11.2008 erschien. Dort stand u. a., dass 

-          auf mich als Geschäftsführer „einige Herausforderungen“ warten würden,

-          „die Besucherzahlen der Einrichtungen der Vulkanpark GmbH … nicht erfreulich“ seien und

-          200.000 Gäste nach Eröffnung von Geysir Andernach und Terra Vulkania unser erklärtes Ziel sind. 

Als ich im letzten Quartal 2008 die Leitung der Vulkanpark GmbH übernahm, habe ich mich auf die Aufgaben und Herausforderungen gefreut. Vieles was vor rund 2 ½ Jahren noch unerreichbar fern schien, wurde zwischenzeitlich Wirklichkeit. Wir haben Dinge verändert und den Vulkanpark positiv weiterentwickelt. Und wenn ich an dieser Stelle in der ersten Person Plural spreche, dann meine ich nicht nur mich, sondern auch meine Mitarbeiter, ohne deren Engagement vieles nicht möglich wäre.

Die Besucherzahlen sind sicherlich ein wichtiger Indikator für den Erfolg des Vulkanparks. 2008 waren es noch 77.638 in – damals – drei Info- und Erlebniszentren. 2009 zählten wir dann bereits 156.647 Besucher in vier zentralen Einrichtungen. Die Eröffnung des Geysirs Andernach brachte in jenem Jahr einen deutlichen Schub. 2010 durchbrachen wir dann das selbst gesteckte Ziel von 200.000 Besuchern. Und zwar ohne dass noch zu eröffnende Erlebniszentrum in Mayen. Wir durchbrachen diese Marke so deutlich, dass wir – wäre Terra Vulkania bereits fertig gewesen – die ¼-Millionen-Grenze fest im Blick gehabt hätten. So hat es dann zu rund 220.000 Besuchern gereicht. Die wichtigste Botschaft hinter diesen Zahlen ist jedoch der positive Trend und das unsere Angebote für unsere Gäste angenommen werden. 

Diese Angebote umfassen natürlich auch den Veranstaltungskalender. Ihn haben wir in den vergangenen beiden Jahren verändert und ausgebaut. Aus rund 40 Veranstaltungen pro Jahr sind sukzessive mehr als 60 pro Jahr geworden. Diese Veranstaltungen gehen auf Themen und Forschungsergebnisse ein, die nicht in den Erlebniszentren gezeigt werden können. Sie werden zahlreich besucht, egal ob es ein Vortrag, ein Nachmittag als Kinderferienspaß oder eine thematische Wanderung ist. Häufig sind die Anmeldungen so zahlreich, dass wir Ersatztermine anbieten müssen. 

Besucherzahlen und ausgebuchte Veranstaltungen zeugen von einem breiten Interesse an der Eifel als Kultur- und Wirtschaftsraum. Dass dieses Interesse berechtigt ist, bestätigen uns immer wieder Dritte. So wurde dem Vulkanpark Mitte 2010 eine besondere Ehre zuteil. Am 10. Juni des vergangenen Jahres wurde er als Gesamtprojekt von Europa Nostra ausgezeichnet. Europa Nostra ist nicht eine, sondern die europäische Denkmalinitiative. In der mehr als 30-jährigen Geschichte dieser Auszeichnung ist der Vulkanpark das einzige Projekt, das von Europa Nostra zweimal geehrt wurde! War es 2003 das Römerbergwerk Meurin in der Kategorie „Konservierung einer archäologischen Grabungsstätte“, so war es sieben Jahre später der gesamte Vulkanpark in der zukunftsweisenden Kategorie „Bildung und Bewusstseinsförderung“. 

„Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden.“ Wir alle kennen diese berühmten Worte. Für uns war die Auszeichnung daher Ansporn, uns nicht auf den Lorbeeren auszuruhen. Und sie war die Bestätigung, dass unsere Bemühungen, diesen Vulkanpark in einen außerschulischen Lernort zu entwickeln, richtig und zukunftsweisend sind. So haben wir 2010 erstmals ein „Kursprogramm“ für Tagesausflüge und Exkursionen von Schulklassen aufgebaut und aktiv an alle Schulen im Umkreis von ca. 100 Kilometern vermarktet. Dem engagierten Lehrer bieten sich dadurch vielfältige Möglichkeiten der sinnvollen Gestaltung eines Ausflugs oder Wandertags. 

Wie wichtig uns diese Zielgruppe ist und wie bedeutend der Vulkanpark für sie ist, sehen Sie auch an zwei weiteren Faktoren. Zum einen sind unsere Lehrerfortbildungen, die wir zweimal pro Jahr in Kooperation mit der ADD Koblenz anbieten, immer ausgebucht! Neben den Fortbildungen bietet der Vulkanpark jedes Jahr auch fünf sog. Lehrerinfoabende an. Diese Veranstaltungen finden in der Freizeit der Lehrer statt und ziehen trotzdem regelmäßig 50 und mehr interessierte Lehrer an. Es ist uns gelungen, hier eine loyale Fangemeinde aufzubauen: Sie kommt immer wieder und sie spricht Empfehlungen aus! 

Wenn wir über unseren Vulkanpark sprechen, dann fällt häufig etwas Bedeutendes unter den Tisch: Gemeinsam mit dem European Geopark Vulkaneifel und dem Vulkanpark Brohltal/Laacher See ist der Vulkanpark im Landkreis Mayen-Koblenz als Nationaler Geopark „Vulkanland Eifel“ anerkannt. In Deutschland gibt es derzeit 13 durch die Geo Union/Alfred Wegener Stiftung anerkannte Geoparks, darunter einen in Rheinland-Pfalz. 

Diese Anerkennung erfolgt nicht einmalig auf Lebenszeit. Man muss sie sich alle fünf Jahre verdienen. Die Zertifizierung zu erlangen ist nicht selbstverständlich. Zwei Gutachter bereisen nämlich an mindestens zwei Tagen den gesamten Geopark. Wie bei einer Prüfung üblich wird vorher nicht bekannt gegeben, was begutachtet wird. Es muss also der gesamte Geopark „bestens in Schuss sein“ und die jeweils Verantwortlichen müssen während dieser beiden Tage Rede und Antwort stehen. 

Gemeinsam mit unseren Partnern in Niederzissen und Daun haben wir die erneute Zertifizierung 2010 erfolgreich geschafft und der gesamten Region „Eifel“ damit ein Alleinstellungsmerkmal erhalten. Das schönste Lob während der Begutachtung widerfuhr meinen Partnern und mir jedoch während des gemeinsamen Abschlussgesprächs, als uns Herr Thomae, als Gutachter der Stiftung, mit den Worten verabschiedete: „Es hat mir Freude bereitet, Ihren Geopark zu begutachten. Man sieht, dass er ein lebendiges Projekt ist und viele Menschen anzieht.“ 

Damit unser Vulkanpark auch in Zukunft Menschen anzieht, die sich gerne bilden, die Freude an der Vermittlung von Wissen haben, haben wir die Vulkanpark-Card auf den Markt gebracht. Dabei handelt es sich um eine Karte, deren Erwerb zum einmaligen Besuch aller Vulkanpark-Erlebniszentren berechtigt. Sie ist ab Ausstellungsdatum 1 Jahr lang gültig und kann sogar übertragen werden. Mit mehr als 2.000 verkauften Karten im letzten Jahr wurden mehr als 6.000 Besuche in den Erlebniszentren gezählt. 

2010 war ein erfolgreiches Jahr. Doch was wird uns 2011 bringen? Denken wir zunächst einmal an die Bundesgartenschau in Koblenz. Sie ist eine Chance für den Vulkanpark, die es zu nutzen gilt. Sie wird zwar kein Selbstläufer, der uns die Erlebniszentren automatisch füllen wird. Aber ich bin der Überzeugung, dass wir mit dem Vulkanpark bestens aufgestellt sind, um einen maximalen Nutzen aus der Bundesgartenschau in Koblenz zu ziehen. Als regionaler Partner präsentiert sich der Vulkanpark im Themengarten „Vulkanismus“ im Festungsgraben. Für das „bunte Klassenzimmer“ organisieren wir zwei Veranstaltungen pro Woche. Und dank unserer Auszeichnung als „Meisterwerk der Region“ genießen wir in der Außendarstellung der Bundesgartenschau eine Sonderrolle. So wurde der Vulkanpark in das Verkaufshandbuch der BUGA aufgenommen und dort als touristisches Kurzprogramm beworben. Bei rund 2 Mio. zur Bundesgartenschau erwarteten Gästen ist davon auszugehen, dass einige von ihnen auch den Weg in den Vulkanpark finden werden. 

Vielleicht können wir den BUGA-Gästen der zweiten Saisonhälfte dann auch schon etwas Neues im Römerbergwerk Meurin zeigen. Ohne dem zweiten Gesellschafter der Vulkanpark GmbH, dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum vorgreifen zu wollen, kann und darf ich Ihnen bereits heute in Aussicht stellen, dass sich im Römerbergwerk Meurin etwas tun wird! Was genau dort passieren wird, werde ich Ihnen noch nicht sagen. Fakt ist aber, dass Ressourcen geschaffen wurden, um insbesondere den Ausbau des Außengeländes zu bewerkstelligen und das Römerbergwerk Meurin als Vulkanpark-Einrichtung attraktiver zu gestalten. 

2011 wird für den Vulkanpark, meine Mitarbeiter und mich ein ereignisreiches Jahr. Bereits jetzt finden Sie über 60 Einzelveranstaltungen in unserem Veranstaltungskalender. Die Angebote wurden erweitert, um dem ursprünglichen Anspruch des Vulkanparks wieder näher zu kommen. Ursprünglich sollte der Vulkanpark nämlich einem interdisziplinären Charakter folgen, und die Themen Vulkanismus und Archäologie um das Thema Natur erweitern. Natur steht hier für Umwelt und Umweltbildung. Beides wurde und wird natürlich durch die landschaftsverändernden Prozesse der jahrhundertelangen Abbautätigkeit direkt beeinflusst. Gemeinsam mit einigen Akteuren des Netzwerks Umweltbildung Rhein-Mosel ist es uns gelungen, interessante Veranstaltungen zu entwickeln, die sich der Biologie und Chemie widmen und dabei immer die natürlichen Lebensräume im Blick haben. 

Im Rückblick hatte ich Ihnen von unseren gut besuchten Lehrerinfoabenden und Lehrefortbildungen erzählt. Auch an anderer Stelle ist man sich des Erfolgs unserer Angebote bewusst. So möchte die ADD Koblenz das Wandern wieder auf die Liste der Möglichkeiten für einen Ausflug bringen. Dementsprechend werden wir 2011 daher gemeinsam mit der ADD Koblenz und mit der Rhein-Mosel-Eifel-Touristik (REMET) einen Infotag anbieten, der auf dem Traumpfad Vulkanpark stattfinden wird. Wo, wenn nicht hier, finden wir bessere Voraussetzungen, um die Begeisterung am Wandern zu schüren? 

Der Vulkanpark liegt in einer faszinierenden Landschaft. Er ergänzt sich mit den Traumpfaden und wird meist nur über seine zentralen Einrichtungen definiert. Sicherlich sind unsere derzeit vier Erlebniszentren unsere Highlights. Dennoch möchte ich daran erinnern, dass es – über die Osteifel verteilt – noch 19 Landschaftsdenkmäler gibt, die es allesamt wert sind, besucht zu werden. Um den Besuchern eines Erlebniszentrums die Vielfalt des Vulkanparks näher zu bringen, wurde 2010 unser „MAGMAzin“ ins Leben gerufen. Diese Gästezeitung wird auch 2011 dreimal erscheinen und dazu führen, dass sich der interessierte Gast nach dem Besuch eines Erlebniszentrums noch weitere Vulkanparkstationen ansieht. 

Abschließend möchte auch ich noch etwas zum Forschungslabor für experimentelle Archäologie in Mayen sagen. Es handelt sich hier um eine einzigartige Einrichtung. Einzigartig, weil es so etwas institutionell praktisch noch nicht gibt. Bisherige „Orte für praktische Versuche sind unter anderen das Sagnlandet Lejre in Dänemark, das Archäologisch-Ökologische Zentrum Albersdorf oder das vom Landkreis Mayen-Koblenz und dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum getragene “FOXA“. Gemeinsam mit dem noch zu eröffnenden Infozentrum in Mayen entsteht am Rande des Mayener Grubenfeldes ein echtes Vulkanpark-Highlight. Wissenschaft und Tourismus bilden im Vulkanpark bereits heute eine großartige Symbiose. In Mayen werden nun jedoch Strukturen geschaffen, die ihresgleichen suchen. 

2011 wird ein spannendes Jahr! Der Vulkanpark wird sich entwickeln. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und können der Zukunft frohen Mutes entgegenblicken.

 

 

 

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